Fragen an den Uhrmacher
Habe ich meine Uhr überzogen? - Nachdem ich die Uhr aufgezogen hatte, blieb sie stehen.
Nein, eine Uhr kann man nicht „überziehen“. Eine intakte Uhr lässt sich bis zum Anschlag aufziehen. Wenn Sie die Uhr behutsam aufgezogen haben, kann dies keinen Schaden verursacht haben.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit liegt das Problem an der natürlichen Materialermüdung eines Bauteils im Aufzugmechanismus. Das gewohnte Aufziehen kann dann der letzte Auslöser sein, durch den das bereits ermüdete Bauteil endgültig versagt. Das betroffene Teil – gegebenenfalls auch mehrere Teile – kann ersetzt oder repariert werden.
Die meisten mechanischen Grossuhren haben ein 8-Tage-Uhrwerk und können deshalb einmal pro Woche aufgezogen werden. Uhren mit Tagesuhrwerken, zum Beispiel einige Schwarzwalduhren oder gewöhnliche Taschenuhren, müssen entsprechend täglich aufgezogen werden.
Uhr mit Federantrieb ohne Seile oder Ketten: Verwenden Sie den passenden Flügelschlüssel, um die Uhr durch das Schlüsselloch im Zifferblatt aufzuziehen. Drehen Sie den Schlüssel mehrmals. Je nach Uhr und Zustand sind bis zu 30 halbe Umdrehungen möglich. Sie dürfen die Uhr bis zum Anschlag aufziehen. Dabei ist ein deutlicher Widerstand zu spüren.
Uhr mit Kette: Ziehen Sie das lose Ende der Kette – also das Ende, an dem kein Gewicht hängt – nach unten. Heben Sie gleichzeitig das nach oben bewegte Gewicht etwas an. Dadurch entlasten Sie beim Aufziehen die Kette und das Uhrwerk und verhindern eine schnelle Abnutzung. Ziehen Sie die Uhr bis zum Anschlag auf.
Uhr mit Seilen oder Schnüren ohne lose Enden: Verwenden Sie den passenden Kurbelschlüssel, um die Uhr durch das Schlüsselloch im Zifferblatt aufzuziehen. Beim Kurbeln wird das Seil auf eine Walze im Uhrwerk aufgewickelt und das Gewicht nach oben bewegt. Heben Sie das Gewicht so weit an, bis es etwa eine Handbreite unter dem Uhrwerk hängt.
Bei den meisten Pendeluhren gilt es als gutes Ergebnis, wenn sie höchstens eine Minute pro Woche von einer Internet- oder Funkuhr abweicht. Bei Uhren mit Gewichtsantrieb, also mit Seil oder Kette, kann eine Abweichung von bis zu einer Minute pro Monat vorkommen.
Sie können die Uhr regulieren. Bei einer Pendeluhr befindet sich meist direkt unter der Pendellinse, also der Pendelscheibe, eine Regulierungsmutter. Mit dieser können Sie die Pendellinse in kleinen Schritten nach oben oder unten bewegen.
Geht die Uhr zu langsam, drehen Sie die Mutter nach rechts – „right is tight“. Dadurch läuft die Uhr etwas schneller. Drehen Sie die Mutter nach links, läuft die Uhr langsamer.
Oft genügt bereits eine halbe Umdrehung, um ein deutliches Ergebnis zu erzielen. Stellen Sie anschliessend die Zeiger auf die korrekte Zeit und überprüfen Sie am nächsten Tag, ob sich die Ganggenauigkeit verbessert hat. Korrigieren Sie bei Bedarf weiter.
Der Standort der Uhr sollte möglichst folgende Kriterien erfüllen:
Grundsätzlich ist es möglich, eine Uhr selbst zu ölen. Dabei besteht jedoch das Risiko eines kurz- oder langfristigen Schadens. Um dies zu vermeiden, benötigen Sie geeignete Schmiermittel und Werkzeuge sowie die nötigen fachlichen Kenntnisse.
Ihre Uhr hat mit grosser Wahrscheinlichkeit zwei Mechanismen im Uhrwerk: das Gangwerk, das unter anderem die Zeiger bewegt, und das Schlagwerk für das Läuten.
Offenbar ist das Schlagwerk defekt, während das Gangwerk weiterhin unabhängig davon funktioniert. Der Defekt kann in der Regel im Rahmen einer Revision behoben werden.
Der monetäre Wert einer Uhr lässt sich am besten anhand des aktuellen Antiquitäten- und Occasionsmarktes einschätzen. Auch die Websites von Auktionshäusern können Anhaltspunkte liefern.
Neben dem finanziellen Wert hat Ihre Uhr möglicherweise auch einen persönlichen oder emotionalen Wert. Wie hoch dieser ist, bestimmen allein Sie.
Für den Batteriebetrieb benötigt eine Uhr ein entsprechendes Batterie-Uhrwerk. Hat Ihre Uhr ein vollmechanisches Werk, kann dieses unter Umständen durch ein Batterie-Uhrwerk ersetzt werden. Dabei können verschiedene Herausforderungen auftreten:
Die meisten dieser Probleme lassen sich beheben. Rechnen Sie damit, dass das Batterie-Uhrwerk nach etwa zehn Jahren ersetzt werden muss. Im Vergleich zu vollmechanischen Werken haben diese Werke eine deutlich kürzere Lebensdauer und sind meist nicht für Reparaturen ausgelegt.
Wenn die Uhr noch läuft, können Sie sie an jemanden aus Ihrem Bekanntenkreis verschenken oder in ein Brockenhaus bringen.
Falls die Uhr nicht mehr zu Ihrer Einrichtung passt, können Sie einen Umbau in Betracht ziehen. Ein anderes Gehäuse oder Design mit der weiteren Verwendung des Uhrwerks ist unter Umständen möglich und könnte eine neue Chance für Ihre Uhr sein. Gerne beraten wir Sie persönlich.
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